Geschichte der Glashütte Rheinpfalz in Maximiliansau

- Geschichte


Die ehemalige Glashütte war die jüngste und zugleich kurzlebigste Fabrik in Maximiliansau. Sie bestand von 1950 bis 1974. Die Geschichte beginnt jedoch schon viel früher...

Wir schreiben das Jahr 1889 und befinden uns im Glasfabrikenviertel von Kunzendorf. Hier gründete der Glasmacher Albrecht Ringel zusammen mit seiner Frau Therese die Lausitzer Glashüttenwerke. Unter dem Markenzeichen Lausitzer Kunstgläser wurde in der so genannten Ringel-Glashütte Kristall- und Bleikristallglas hergestellt. Nach dem Tode von Albrecht Ringel 1918 übernahm Sohn Max die Leitung der Produktion und Sohn Otto kümmerte sich um Vertrieb und Werbung. Vor dem zweiten Weltkrieg beschäftigte die Fabrik dann rund 400 Personen. In den Kriegsjahren wurde Otto Ringel als vermißt gemeldet. Bruder Max floh kurz nach Kriegsende in die Oberpfalz nach Wernberg, dem zwischen den Kunzendorfer Glasbläsern verabredeten Treffpunkt. Hier bestand ebenfalls eine Glasindustrie und Max Ringel gründete 1947 seine Glasschleiferei zur Veredelung von Rohglas. Eine Zukunft gab es hier jedoch nicht.

Zwischenzeitlich bemühte sich das Land Rheinland-Pfalz und insbesondere die Gemeinde Maximiliansau um die Ansiedlung der Glasfabrik.

Im Zinnebau, einem gepachteten Gebäude der DLW beginnt am 08.05.1950 der kurze Gang der Glashütte Rheinpfalz in Maximiliansau mit 27 kunzendorfer Blasgläsern und 35 einheimischen Arbeitern.

In den folgenden acht Jahren wurde hier produziert.

      


Am 01. November 1958 folgte der lang geplante und immer wieder als fragwürdig erschienene Umzug in das damals brandneue und moderne Werksgebäude im "Im Woog" in nächster Nähe zum Bahndamm.
  1969 beschäftigte die Fabrik 144 Arbeiter.
Im Februar 1974 wurden die Tore bereits geschlossen - die qualitativ hochwertigen und mundgeblasenen Gläser waren zu teuer geworden um gegen die zunehmende Automatisierung der maschinellen Glasproduktion ankommen zu können. Offene Außenstände und mangelnde Liquidität sollen die Glashütte letzlich in den Konkurs gezwungen haben.


Ein Großteil des ehemaligen Werksgeländes wurde zwischenzeilich bebaut. Aber ein Teil der Fabrik steht noch immer, auch wenn es nicht mehr nach Glasfabrik aussieht. So existiert noch das Pfortenhaus in dem sich früher die Stechuhr befand, und der ehemalige Wareneingang mit den darüber liegenden Büros beherbergt den Teppichmarkt. Das Gebäude der Feinschleiferei findet sich in Hagenbach wieder - als Werkstatt für das Autohaus Flick.



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